Progetto italiano: Mille Miglia

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Michael
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Re: Progetto italiano: Mille Miglia

#151 Beitrag von Michael » 06 Nov 2021, 16:22

Nach meinem letzten Beitrag im Februar 2020 geht es heute weiter. Bei dem gerade genannten Datum könnte ich Covid als Ausrede bemühen, doch das wäre unredlich - ich habe mir einfach lange nicht mehr die Zeit genommen, hier zu berichten.

Ich beginne mit etwas Einfachem zum Vervollständigen: Die Scheinwerfer sehen zumindest von vorne nicht nur gut aus - im Vergleich zu vorher ist auch die Lichtausbeute ein Unterschied wie Tag zu Nacht.

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Benzinpumpe

#152 Beitrag von Michael » 06 Nov 2021, 18:40

Bereits im Oktober 2019, also vor zwei Jahren, versagte plötzlich die Benzinpumpe. Sie wird mechanisch über einen Nocken von einer Hilfswelle des Motors angetrieben, deren großes Antriebsrad man in dem jeweils ersten und letzten Zahnriemenbeitrag (#91 und #105) auf S. 7 erkennt. Sie rotiert oben rechts der Kurbelwelle und treibt auch die Verteilerwelle an.

Nach der Demontage des Grills und des Schutzblechs neben dem Kühler erreicht man die Benzinpumpe recht gut:

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Nach deren Ausbau erblickt man das Nockenelement für den Pumpenantrieb. Die keuchenden Geräusche beim manuellen Betätigen des Pumpenhebels deuteten auf eine gerissene Membrane im Inneren hin - kein Wunder nach über vierzig Jahren...

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Ein vermeintlich passendes Ersatzteil war rasch bestellt, passte aber nicht! Darauf deutete schon die vom FISPA-Original (4055-02) abweichende Einprägung (4054-24) im gelbchromatierten Blechdeckel hin. Mit den anders angesetzten Schlauchanschlüssen hätte ich mich noch arrangieren können, aber der Hebel hatte nicht die richtige Geometrie:

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Die älteren von Euch werden sich vielleicht ebenso wie ich über das Logo der Firma "ITT" auf dem Karton der Pumpe wundern. Mit den stark betonten Serifen der Schrift muss das auf die Firma "International Telephone and Telegraph Corporation" deuten, die wir noch von Transistorradios und Fernsehgeräten der Marke "ITT Schaub-Lorenz" kennen. In meiner Erinnerung war das damals etwas Besseres als z. B. Grundig oder Telefunken. Der Bestandteil "Lorenz" gehört übrigens zur "Standard Elektrik Lorenz AG (SEL)" in Stuttgart-Zuffenhausen, die auch die Firma "Graetz" übernahm. Fun Fact: Die Bundeswehr will übrigens aktuell 30.000 Stück "SEM 80/90"-Funkgeräte mit analoger Technik der frühen 1980er Jahre (16 kBit/s), die SEL damals entwickelt und produziert hatte, für je 20.000 Euro bei dem staatlich kontrollierten französischen Rüstungskonzern Thales bestellen, weil sie die Beschaffung neuer, digitaler Geräte nicht hinbekommt! Aber das nur am Rande, ich schweife ab...

Im zweiten Versuch landete ich bei dieser Pumpe, leider mit geschraubtem Gussdeckel statt der gebördelten Blechvariante, aber dafür mit passender Hebelgeometrie! Auch hier lohnt ein Blick auf den Karton: Wer hat CORONA schon 2019 ins Land geholt? Ich war's! :oops:

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Leider wurde nur eine Dichtung mitgeliefert, sodass ich mir aus "Reinzoloid-FS 53"-Papier Ersatz schnitzen musste, damit ich auch gegen den thermischen Entkopplungs- und Distanzblock abdichten konnte:

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Hier ist bereits alles eingebaut und tatsächlich hat dann auch alles funktioniert!

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Lack auf Zack

#153 Beitrag von Michael » 07 Nov 2021, 21:51

Mein Beta hatte 2017 eine Verkaufspolitur über intakter, aber ungepflegter Basis, die schon im zweiten Sommer ausblich und ermattete. Dazu war das Blech mit unzähligen Dellen, einigen Kratzern und vielen Steinschlägen übersät. Letztere waren glücklicherweise überwiegend ausgetupft oder, besser gesagt, aufgetupft: Mit Lack wurde nicht gespart! Das Ausbessern der Kratzer und noch offenen Steinschläge sowie Ausschleifen der Lackfehler übernahm ich selbst. Hier ein Triptychon einer hinteren Türkante:

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Das Herausdrücken der Dellen übergab ich einem Profi, der vor allem den linken Rand der großflächig verhauenen Motorhaube, die man beim Fahren immer im Blick hat, wieder "eingeebnet" hat. Die tiefste Delle, wie mit einem Kantholz eingedrückt, fand sich am vorderen Rand der Motorhaube, wo das Blech schon relativ stark gewölbt ist:

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Das war auch die einzige Delle, bei deren Rückdrückung der Lack abplatzte, aber das Blech war wieder in Form. Hier erahnt man die ursprüngliche Verwerfung noch durch das verzerrte Spiegelbild der beiden Leuchtstoffröhren:

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...nun ein harmonischer Bogen:

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Den Lackschaden musste ich dann auffüllen, schleifen:

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...und polieren:

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Ich habe alle Türgriffe demontiert, um zum einen die umliegenden Flächen besser bearbeiten zu können und zum anderen eine der gerissenen Dichtungen reparieren zu können:

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Dass ich dazu auch die Türinnenseiten erreichen musste, ließ mich einige fehlende Clips der Türpappen entdecken, die ich durch passende Neuteile für ein anderes Fabrikat ersetzte. Erfreulich war der trockene und rostfreie, wenn auch sehr staubige Zustand des Blechs, selbst im unteren Falz:

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Nach einer gründlichen Reinigung gönnte ich den Hohlräumen eine Schicht Karosseriewachs. Beeindruckend war wieder die Konstruktions- und Fertigungsqualität der Türgriffe inklusive der gesamten Mechanik. Allerdings waren einige M5-Muttern so innig mit den Stehbolzen verrostet, dass ich letztere ersetzen musste:

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Dass CROMODORA auch Zinkdruckguss beherrscht, beweisen diese 300 Gramm eines hinteren Türgriffs ohne Schließzylinder:

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Die Wasserfolie besteht nicht einfach aus einem Stück: Warum einfach, wenn's auch kompliztiert geht? Beim Lancia Beta gibt es dafür fünf unterschiedliche Folienstücke, die potentiell ablaufendes Wasser von der Verkleidung weg ins Türinnere leiten, wofür in den Blechöffnungen Schlitze angebracht sind, durch die man die Folien steckt:

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