Was 'reingegangen ist, geht auch wieder 'raus ...

Der Nachkomme unseres Typ 43

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Was 'reingegangen ist, geht auch wieder 'raus ...

#1 Beitrag von audi-nsu-fanatic » 23 Dez 2018, 16:21

Hallo!

es geht auch ohne Neuteile ... :wink:

---> Heckschadenreparatur Audi 200 Typ 44


Schönen 4. Advent!


Gruß von Andreas
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Re: Was 'reingegangen ist, geht auch wieder 'raus ...

#2 Beitrag von wy422 » 23 Dez 2018, 19:44

BEEINDRUCKEND! Ich staune ja immer, was solche Künstler zustande bringen! Respekt.... :up:
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Re: Was 'reingegangen ist, geht auch wieder 'raus ...

#3 Beitrag von Michael » 23 Dez 2018, 20:51

dito! :shock:

Schön, zu sehen, wie der beim Schweißen oft unerwünschte, weil Verzug erzeugende Wärmeeintrag hier genutzt wird, um das Blech wieder in Form zu bringen - klasse!
Viele Grüße - Michael

"Im Auto wird nicht gegessen!" Mein Vater, ca. 1972

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Re: Was 'reingegangen ist, geht auch wieder 'raus ...

#4 Beitrag von audi-nsu-fanatic » 23 Dez 2018, 23:02

... Ihr musst mal schauen, der Künstler hat zig Videos mit Reparaturen eingestellt, von teilweise noch übler abgeschossenen Autos: BMW M3, A5 Cabrio, BMW 7er ... teilweise ohne Richtbank und meist mit gebrauchten Teilen!

Gruß von Andreas
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Louis
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Re: Was 'reingegangen ist, geht auch wieder 'raus ...

#5 Beitrag von Louis » 24 Dez 2018, 00:18

Sehr schöne Arbeit. Bei uns in Deutschland nur noch im Oldtimerbereich gelegentlich an zu treffen. Ansonsten viel zu teuer.

Da ist eher die Frage „Waaas iiiiis läddzde Präis? Gebe 200 für Export!“ denn die Frage was eine größere Blechreparatur kostet.

Ich habe in einem größeren VAG Betrieb in den 1980er gelernt. Da wurden solche und ähnliche Reparaturen noch durchgeführt. Dozer und Richtbank inklusive.
Ich war Stift im Ersten Lehrjahr und wollte gerne an die Motoren ran. Statt dessen landete in in der Karosserieabteilung, wo jeder Lehrbub im Ersten „in Form gebracht“ wurde....
Am ersten Tag empfingen mich die älteren Lehrjungen mit der Frage „Na, hast denn die Blechhose an?“
Ich sollte sehr bald begreifen was man damit meinte....

Da gab es zwei Altgesellen, die waren die Blechschlosser bei uns. Die beiden waren sicher vieles und Sie verstanden Ihren Job wahrlich Meisterhaft, aber Philanthropen waren es mit Sicherheit nicht. Ich bin nie wieder in meinem Leben so oft und erbarmungslos schlecht behandelt worden, wie damals. Körperliche Züchtigungen bis das Blut floss inklusive. Es war die sprichwörtliche Hölle. Als man zu Hause darüber berichtete kam nur ein Hinweise auf Lehrjahre und Herrenjahre. Ausbildungsstellen waren knapp. Eine andere Zeit als heute eben...

Aber, diese beiden Blechschlosser - Herren, das musste man Ihnen lassen, verstanden etwas von Ihrem Fach.

Ich erinnere mich an ein Fahrzeug, ein Santana, der sich mit einem Leopard II angelegt hatte. Die ganze Linke Seite ein Trümmerfeld.
Der Wagen war gerade erst 5 Monate alt. Der Kunde lies ihn richten. Ein älterer Herr, der unbedingt diesen Wagen wieder haben wollte. Ein Santana mit 5 Zylinder Vergaser Motor wenn ich es noch recht weiß.

Motor raus, Längsträger richten, Schweller ziehen und erneuern, Seitenteile ausbeulen, Kofferraumwanne austrennen, Heckabschkussblech raus, einmal alles neu usw.

Fachlich eine tolle Arbeit. Da hat man viel sehen und lernen können.
Auf das werktägliche Matyrium hätte ich gerne verzichtet.

So lernte der lütte Lehrjung neben fachlichem eben auch was fürs Leben,
nämlich das das Gute auch immer zwei Seiten hat,
das wenn man jung ist und auch was zu sagen hat, trotzdem sich zuweilen niemand dafür Interessiert,
das wenn man sich beim obersten Werkstattleiter beschwert es nicht unbedingt den erhofften Erfolg bringt sondern zuweilen zu Rennerei, Handhammerweitwurfübungen und weiteren offenen Wunden führen kann....

:arrow: Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre :!:

Der Typ aus dem Video ist trotzdem der Hammer :up:
Sehr schöne Arbeit.
Gruß Ingo

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Re: Was 'reingegangen ist, geht auch wieder 'raus ...

#6 Beitrag von audi-nsu-fanatic » 24 Dez 2018, 14:57

Hallo Ingo,

vielen Dank für Deinen Einblick in Deine Lehrjahre! Nun, geschadet hat es nicht. Ich wurde zwar nicht gezüchtigt, aber am 1. August 1991 trat ich meine Karosseriebauerlehre an. Die Lehrer hatten uns ja in der Oberstufe noch mit "Sie" angeredet. Am ersten Tag kam ich zu Harald, unserem Betriebscholeriker. Ach Du liebe Zeit, hat der mich rennen lassen die ersten Tage! Ich habe gedacht, das hältst Du nicht lange aus ... aber es hat mich geformt und auch ausdauernd gemacht. Ich habe durchgehalten als Stift und nach der Gesellenprüfung sogar noch als Geselle bis zum Oktober 1994 geschafft. Und dann nichts wie auf die Hochschule. Den Streß dort und den psychischen Druck, den sich (manche) Professoren geleistet haben, hätte ich nicht ausgehalten, wenn mich meine Gesellen in der Lehre nicht etwas geformt hätten. Hat mir nicht geschadet. Lehrjahre sind keine Herrenjahre!

Die LKW Lackierer waren bei uns schon zur Frühstückspause so besoffen, dass sie nicht mehr gerade stehen konnten. Einer ist dann mal ins Nitroverdünnungfass gefallen und sah aus, wie eine Leiche. Der PKW Lackierer hat immer leere Farbdosen nach mir geworfen und der Harald hat immer herumgeschrien. Inzwischen verstehe ich mich mit allen prima, wenn ich mal wieder im Betrieb bin, nur die LKW-Lackiere haben sich inzwischen alle tot gesoffen.

Aber es war auch immer mal lustig. Wenn der örtliche Bestatter mal wieder mit seinem Leichenwagen an der Friedhofsmauer hängen geblieben ist z.B. und das "Ding", wie mein Meister sagte, in der Werkstatt stand. Dann hat er immer gebrüllt: "Seht zu, dass das Ding hier endlich fertig wird und aus der Werkstatt kommt, ich kann die Karre nicht sehen! Immer wenn das Ding hier ist, stirbt einer, den ich kenne!!".

Oder Harald, der einen Doppel-T-Träger durchgeflext hat und seine Hose in Brand gesteckt hat. Das war lustig. Hat der geflucht! Und dann habe ich auch noch sämtliche kroatische Schimpfwörter gelernt, z.B. ... ach, lassen wir das lieber, das ist wirklich noch viel schlimmer, als wenn Deutsche fluchen! :mrgreen:

Vor zwei Jahre hatten wir für eine Woche Schülerpraktikanten und die sollten dann am letzten Tag eine Präsentation über ihr Praktikum machen. Das war so unterirdisch schlecht, das habe ich denen nach dem Vortrag auch gesagt. Die Praktikanten haben ganz doof geschaut, waren es doch sonst nur gewohnt, Lob zu bekommen. Meine Kollegen gaben mir dann auch zögernd recht und zum Schluß kamen noch zwei Lehrerinnen zu mir, die sich für meine offene Kritik bedankt haben. Die fanden die Präsentation auch nicht gut, haben sich aber nicht getraut, das zu sagen. :)
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Re: Was 'reingegangen ist, geht auch wieder 'raus ...

#7 Beitrag von Old Rusty » 25 Dez 2018, 20:50

Hallo,

vorweg gesagt, der Herr Karosseriebauer im Video hat echt was weg. große Klasse!

Zu den Azubi-Stories denke ich, es muss doch auch einen Mittelweg geben. Ich habe einige Jährchen nebenbei an der Berufsschule unterrichtet und hatte öfter mal das Bedürfnis, Jungs und Mädels wachzurütteln, was ich auch unter Nutzung der heute gegebenen Möglichkeiten getan habe. Ja, es hat auch Abbrecher gegeben.
Trotzdem hat auch ein Azubi ne Menschenwürde und es ist gut, wenn gewisse Streifen heute nicht mehr laufen während der Ausbildung. Und man die Gesellen, welche Azubis zu betreuen haben, inzwischen sogar dafür schult. Denn später mal wird ein ex-Azubi vor keinem prügelnden, saufenden und schreienden Altgesellen echten Respekt empfinden, sondern sich bestenfalls etwas über den Menschen dahinter denken. Man sieht sich meist zweimal im Leben, ggf. auch öfter mal. Und das mit dem Wie-es-in-den-Wald-hineinschallt, das ist so einen Art Naturgesetz.

MfG Joerg

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Re: Was 'reingegangen ist, geht auch wieder 'raus ...

#8 Beitrag von Louis » 25 Dez 2018, 23:47

Einen habe ich noch :mrgreen:

Ich habe 2008 dann meinen alten Ausbildungsbetrieb abgerissen.
Ich bin ja längst nicht mehr in der Autobranche, sondern vielmehr in einem Bauunternehmen für Tief- und Straßenbau.
Im Rahmen unseres Angebotsspektrums gehören auch Abbrucharbeiten.
So habe ich günstig angeboten und mich demonstrativ selbst auf den Bagger gesetzt, als es darum ging den Bereich der Blechschlosserei ab zu brechen 8)
Meine späte Rache und seit dem habe ich mit dem Kapitel abgeschlossen. :mrgreen:

Und was soll ich sagen: einen habe ich noch (bei kleinem wundere ich mich selbst was alles so in diesem Zusammenhang mir noch im Gedächnis blieb)

Es begab sich die Zeit als der Neubau der Werkstatt sich dem Richtfest näherte. So bekam ich eine Einladung, weil unsere Firma sich auch für die Ausführung der Erd- und Kanalbauarbeiten erfolgreich beworben hatte.
Ich trat ein, begrüßte die jetzige Chefin (Tochter) und den Senior (meinen damaligen Chef) und übergab ein Präsent. Glück auf und Gottes Segen...na was man da alles wünscht....
Sagt doch der Senior zu mir „Ich kenn Sie doch?“ ich seh ihn an und sagte mit Genugtuung „Ja! Ich habe von 30 Jahren bei Ihnen Kfz Mechaniker gelernt und war der erste und für lange Zeit einzigste Lehrbub der mit Innungsbester Wertungsprüfung abgeschlossen hat!“ :mrgreen:
Sagt der Senior „Haben wir doch noch einen ordentlichen Menschen aus Ihnen gemacht!“ :lol: :lol: :lol:

Ich muss Euch sagen ich habe selten so gelacht. Meinem Exchef ging es genauso und ich habe seitdem viele Aufträge bekommen und zur vollsten Zufriedenheit erledigt. :up:
Gruß Ingo

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