Sehr schöne Arbeit. Bei uns in Deutschland nur noch im Oldtimerbereich gelegentlich an zu treffen. Ansonsten viel zu teuer.
Da ist eher die Frage „Waaas iiiiis läddzde Präis? Gebe 200 für Export!“ denn die Frage was eine größere Blechreparatur kostet.
Ich habe in einem größeren VAG Betrieb in den 1980er gelernt. Da wurden solche und ähnliche Reparaturen noch durchgeführt. Dozer und Richtbank inklusive.
Ich war Stift im Ersten Lehrjahr und wollte gerne an die Motoren ran. Statt dessen landete in in der Karosserieabteilung, wo jeder Lehrbub im Ersten „in Form gebracht“ wurde....
Am ersten Tag empfingen mich die älteren Lehrjungen mit der Frage „Na, hast denn die Blechhose an?“
Ich sollte sehr bald begreifen was man damit meinte....
Da gab es zwei Altgesellen, die waren die Blechschlosser bei uns. Die beiden waren sicher vieles und Sie verstanden Ihren Job wahrlich Meisterhaft, aber Philanthropen waren es mit Sicherheit nicht. Ich bin nie wieder in meinem Leben so oft und erbarmungslos schlecht behandelt worden, wie damals. Körperliche Züchtigungen bis das Blut floss inklusive. Es war die sprichwörtliche Hölle. Als man zu Hause darüber berichtete kam nur ein Hinweise auf Lehrjahre und Herrenjahre. Ausbildungsstellen waren knapp. Eine andere Zeit als heute eben...
Aber, diese beiden Blechschlosser - Herren, das musste man Ihnen lassen, verstanden etwas von Ihrem Fach.
Ich erinnere mich an ein Fahrzeug, ein Santana, der sich mit einem Leopard II angelegt hatte. Die ganze Linke Seite ein Trümmerfeld.
Der Wagen war gerade erst 5 Monate alt. Der Kunde lies ihn richten. Ein älterer Herr, der unbedingt diesen Wagen wieder haben wollte. Ein Santana mit 5 Zylinder Vergaser Motor wenn ich es noch recht weiß.
Motor raus, Längsträger richten, Schweller ziehen und erneuern, Seitenteile ausbeulen, Kofferraumwanne austrennen, Heckabschkussblech raus, einmal alles neu usw.
Fachlich eine tolle Arbeit. Da hat man viel sehen und lernen können.
Auf das werktägliche Matyrium hätte ich gerne verzichtet.
So lernte der lütte Lehrjung neben fachlichem eben auch was fürs Leben,
nämlich das das Gute auch immer zwei Seiten hat,
das wenn man jung ist und auch was zu sagen hat, trotzdem sich zuweilen niemand dafür Interessiert,
das wenn man sich beim obersten Werkstattleiter beschwert es nicht unbedingt den erhofften Erfolg bringt sondern zuweilen zu Rennerei, Handhammerweitwurfübungen und weiteren offenen Wunden führen kann....

Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre
Der Typ aus dem Video ist trotzdem der Hammer
Sehr schöne Arbeit.